Energiefragebogen

Auftaktveranstaltung zur Energiewende in Deisenhausen

Bericht in der MN vom 16.06.2016

Auf dem Weg in die Energie-Zukunft

Nutzungsplan Großes Bürgerinteresse bei Auftaktveranstaltung in Deisenhausen

Deisenhausen Der Startschuss ist erfolgt: Die Gemeinde Deisenhausen hat den ersten Schritt in die Energie-Zukunft getan. Rund 50 Bürger waren bei der Auftaktveranstaltung im Vereinsheim, bei der Bürgermeister Norbert Weiß und Vertreter des betreuenden Planungsbüros Renergie Allgäu die einzelnen Etappen hin zum Energienutzungsplan vorstellten. Zum Jahresende wird das Konzept fertiggestellt sein, das neben dem Ist-Zustand der Gemeinde alle Möglichkeiten zur energetischen Optimierung und erneuerbaren Versorgung aufzeigen wird. Vor allem das Thema „Nahwärmenetz“ sorgte für großes Interesse und lebhafte Diskussion.

„Von dem Nutzungsplan sollen alle profitieren“, betonte Bürgermeister Norbert Weiß gleich zu Beginn der Auftaktveranstaltung. Knapp 20 000 Euro kostet die Maßnahme. Zwei Drittel davon werden vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie finanziert, den Rest trägt die Gemeinde. Sie sieht darin ein Angebot für jeden einzelnen Bürger, sich energetisch neu aufzustellen, die Umwelt zu schonen und gleichzeitig auch noch den eigenen Geldbeutel zu entlasten. Inzwischen nämlich, das sagen auch die Renergie-Fachleute Florian Weh und Thomas Brutscher, sei die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich interessant. „Auch die großen Energieversorger setzen mehr und mehr auf natürliche Ressourcen wie Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse“, sprach Weh vom „Energiemarkt der Zukunft“.

Bevor aber Pläne für die Zukunft gemacht werden können, muss zunächst der Ist-Zustand mit den realen Verbrauchsdaten ermittelt werden. Anfang Mai waren deshalb bereits Fragebögen an alle Haushalte der Gemeinde verteilt worden. Diese Bögen (erhältlich über die Gemeinde-Homepage oder direkt im Rathaus) sollen bis Mitte Juni an die Gemeinde (Briefkasten am Gollmitzer Haus, bei der VG Krumbach oder direkt bei Bürgermeister Weiß) zurückgegeben werden. Die dann noch bestehenden Datenlücken sollen in Zusammenarbeit mit dem neugegründeten Energieteam, einer Gruppe aus Bürgern und kommunalen Vertretern, im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung geschlossen werden.

Von den Vorteilen eines detaillierten Energienutzungsplanes profitieren vor allem Besitzer von älteren Immobilien mit betagten, fossil befeuerten Heizkesseln. Dort gebe es ein besonders hohes Einsparpotenzial, hieß es. Und hier wäre auch eine Nahwärmeversorgung, wie sie für ganz Deisenhausen angedacht wird, besonders interessant.

Vor allem diese Idee stieß auf großes Interesse und viele Fragen bei den Deisenhauser Bürgern. Sollte eine oder gar beide der bestehenden Biogasanlagen genutzt werden können, wäre so ein Nahwärmenetz möglicherweise schon bis Ende nächsten Jahres zu verwirklichen, berichtete Florian Weh von seinen Erfahrungen mit einem vergleichbaren Projekt in der Nachbargemeinde Waltenhausen. Über die Kosten des Anschlusses oder die künftige Preisgestaltung allerdings konnte er zu dem frühen Zeitpunkt noch keine klaren Aussagen machen. Das ergebe sich alles im Laufe der weiteren Projektierung. Mit ausführlicheren Ergebnissen ist spätestens bei der Abschlussveranstaltung Ende des Jahres zu rechnen. Bis dahin finden noch weitere Energieteam-Treffen statt. (pm)