Gas & Glas

Der Gemeinderat Deisenhausen hat in der Sitzung vom 31.08.2017 beschlossen, das Angebot "Gas & Glas" von Erdgas Schwaben anzunehmen.

Ergas Schwaben wird nun in den Ortsteilen Deisenhausen, Oberbleichen und Unterbleichen nacheinander die Hauseigentümer besuchen und über einen möglichen Gasanschluss informieren. Es steht jedem Hauseigentümer frei, das Angebot anzunehmen. Die Beauftragung eines Gasanschlusses kann auch ohne die Abnahme von Gas beauftragt werden. Genauso können sich Hauseigentümer auch entscheiden, "nur" den Internet Glasfaseranschluß ins Haus legen zu lassen.

Sollten mehr als 55 % der Hausbesitzer pro Ortsteil sich für einen Gasanschluß entscheiden, wird das Projekt umgesetzt.

Zeitungsbericht aus der MN vom 05.09.2017

Dienstag, 5. 9. 2017 Mittelschwäbische Nachrichten

Grünes Licht für das Konzept „Gas & Glas“

Internet Welchen Weg die Gemeinde Deisenhausen jetzt einschlagen möchte

Von Emil Neuhäusler

Deisenhausen Mit dem Konzept „Gas & Glas“ bietet Erdgas Schwaben der Gemeinde Deisenhausen an, im Ortsteil Deisenhausen alle Haushalte an das Erdgasnetz anzuschließen und gleichzeitig ein Glasfaserkabel für schnelles Internet zu verlegen. Da die Gemeinde mit dieser Alternative gegenüber den bisher verfolgten Internetausbauplänen rund 100 000 Euro einspart und mit „Gas & Glas“ auch die 140 Haushalte, welche bei den bisherigen Planungen wegen entsprechender Zuschussbestimmungen nicht in den Genuss von Glasfaser gekommen wären, die Chance für Glasfaser eröffnet, bekam Erdgas Schwaben vom Gemeinderat grünes Licht für eine Kundenrequirierung. Denn das Konzept kommt nur zum Tragen, wenn mindestens 55 Prozent der Hausbesitzer einen Anschluss wünschen.

Bürgermeister Weiß fasste zusammen, was im Gemeinderat bereits in zwei nicht öffentlichen Sitzungen zu diesem Thema diskutiert worden war. Dem Gemeinderat ist bewusst, dass Erdgas als fossiler Energieträger eigentlich nicht im Sinne des vor wenigen Monaten verabschiedeten Energienutzungsplanes ist. Mit „Gas & Glas“ würden zwar alle Haushalte mit einer sauberen Alternative zu Heizöl erreicht, aber Erdgas sei genauso kein 100-prozentig regenerativer oder CO2-neutraler Energieträger. Doch auch mit der Verwirklichung von möglichen Nahwärmenetzen, wie sie im Energienutzungskonzept angedacht sind, werde keine völlige Verabschiedung von der fossilen Energie in der Gemeinde erreicht. Außerdem sei derzeit, bedauerte Bürgermeister Weiß, keine Initiative erkennbar, die ein Nahwärmenetz vorantreiben beziehungsweise verwirklichen möchte. Bei Nahwärme sei die Chance gegeben, gab Bürgermeister Weiß zu bedenken, die heimische Forstwirtschaft zu unterstützen.

Weil da die angedachten Nahwärmenetze überwiegend nicht von der Abwärme der Biogasanlagen profitieren, wäre der Neubau von Hackschnitzelheizungen erforderlich, erklärte Weiß.

Aber es gebe keinen Forstbetrieb in der näheren Umgebung, der bisher an einer Verwirklichung eines Nahwärmekonzepts Interesse bekundet habe. Direkte Wertschöpfung sei also offensichtlich nicht gefragt, bedauerte Weiß.

Neben der kompletten Erschließung mit Glasfaser sieht Bürgermeister Weiß noch einen weiteren Vorteil für die Bürger in Deisenhausen. Mit dem Konzept „Gas & Glas“ wird den Hauseigentümern im Bereich des Überschwemmungsgebiets die Möglichkeit gegeben, sich von ihren Öltanks zu verabschieden. Dies bedeutet, dass die Gefahr der Umweltverschmutzung durch auslaufendes Heizöl bei einem großen Hochwasser gebannt ist und für die Hauseigentümer die Kosten für die wiederkehrende Sachverständigenprüfung der im Überschwemmungsgebiet stehenden Tanks entfällt.

In Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile gab der Gemeinderat Erdgas Schwaben mit einer Gegenstimme die Berechtigung, das Interesse der Deisenhauser Haus- und Grundstücksbesitzer an einem kombinierten Gas- und Glasfaseranschluss auszuloten.

Nach bisherigen Berechnungen haben diese mit Anschlusskosten von rund 1400 Euro zu rechnen. Dazu kommen die Unkosten für den Umbau der Heizung von Öl auf Gas.